Chronik.

 

Über 170 Jahre Turnen in Schopfheim

 

Von der Vergangenheit bis zur Gegenwart

Im Juni 1846 gründeten einige junge Burschen den Turnverein Schopfheim. Bereits im Frühjahr 1847 hatten die Turner im Eiltempo durch eigene Handarbeit im Sengelenwäldchen den ersten Turnplatz im Wiesental hergerichtet. Über einen langen Zeitraum - bis in die 1960er Jahre - wurde hauptsächlich Geräteturnen und Leichtathletik betrieben. Dank der Weitsicht fachkundiger Vorstandsmitglieder und Übungsleiter beschritt der Traditionsverein neue Wege und öffnete sich mit einem erweiterten und gesundheitsorientierten Sportangebot. Auch haben sich noch andere Sportarten dem Turnverein angeschlossen, deshalb hat man sich im Jahr 1971 unter der Leitung unseres damaligen Ehrenvorsitzenden Ernst Baier für eine Namensänderung entschieden: Turn- und Sportgemeinschaft (TSG ) Schopfheim 1846 e.V.

 

Geschichte der Turn- und Sportgemeinschaft Schopfheim 1846 e.V.

 

Auszug aus der Festchronik 1996

Die Gründung des TV Schopfheim steht in engem Zusammenhang mit der politischen Geschichte jener Epoche. Es waren die Jahre des Aufbruchs in den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts, in denen die Gedanken von Freiheit, Einheit und Recht im Bewußtsein des Volkes wieder auflebten. Beispielhaft für die Jugend war Turnvater Jahn als Vorkämpfer der deutschen Einheit und Schöpfer der deutschen Turnbewegung. In Baden wurden diese Bestrebungen besonders spürbar dank der freiheitlichen Verfassung, die Großherzog Karl bereits im Jahre 1818 erließ. Nach der Aufhebung der sogenannten "Turnersperre" in Jahre 1842 "flackerte" der erste Turnunterricht in Schopfheim auf. Der Turnplatz befand sich neben der damaligen Bürgerschule in der Altstadt (früher Kornhaus, jetzt Hebelschule). Einige der Schopfheimer Burschen gehörten bereits anfangs der 40er Jahre als aktive Mitglieder dem Bürgerturnverein Basel an. „Zu Fuß scheuten sie den langen Eilmarsch nach Basel nicht und kehrten von dort mit den gelernten Übungen zurück“.

 

Die Gründung des Turnvereins Schopfheim

Bis zum Jahr 1846 bestanden in Baden erst die Turnvereine in Pforzheim (1834), Freiburg, Emmendingen, Kandern (alle 1844) und in Kehl (1845). Dem Gemeinderat in Schopfheim wurde am 18. Juni 1846 ein Antrag zur Bildung eines Turnvereins eingereicht. Mit dem Beschluß der Großherzoglichen Badischen Regierung des Oberrheinischen Kreises, daß die Bildung eines Turnvereins in der Stadt Schopfheim keiner obrigkeitlichen Bestätigung bedarf, war die Gründung rechtens.Gleich nach der Gründung wurde die Gemeinde um Erlaubnis gebeten, den bereits bei der höheren Bürgerschule bestehenden Turnplatz zweimal in der Woche während der Sommermonate zu Turnübungen benützen zu dürfen. Nach der erfolgten Zusage durch den Gemeinderat nahm der Turnunterricht unter der Leitung des verdienstvollen Lehrers Karl F. Geiler einen guten Anfang. Bereits im Frühjahr 1847 hatten die aktiven Turner im Sengelenwäldchen einen provisorischen Platz angelegt. Im Eiltempo richteten die Turner den Eichenhain zum ersten Turnplatz im Wiesental her.

 

Ernüchterung nach begeistertem Auftakt

Das Doppelfest - erstes Sengelen-Schauturnen und die Weihe der Traditionsfahne des TV Schopfheim - war der erste Höhepunkt des jungen Vereins. Im Frühjahr 1848 entzündete sich der Funke der Revolution in Baden, der die Hoffnungen des Volkes nach Einheit und Freiheit jäh zerstörte. Im gleichen Maß mußte die Idee der Turnbewegung vorläufig aufgegeben werden. Dadurch schwand der bisher gezeigte Eifer der jungen Turnzöglinge, die Zwietracht wuchs und ein vorzeitiges Ende zeichnete sich ab.

 

1863: Wiedergründung des Vereins

Bei der Hauptversammlung in der "Krone" wählten die Mitglieder den Turnrat mit dem früheren Vorsitzenden Wilhelm Fleiner, legten Satzung, Turnordnung und Beiträge fest. Welchen Zuspruch der Verein in der Markgrafenstadt genoß, beweist die Tatsache, daß bereits im Juni des Jahres 103 Mitglieder gezählt werden konnten.1869 konnte Einweihung der ersten Turnhalle gefeiert werden. Sie stand beim Sengelenwäldchen und wurde erst nach dem 2. Weltkrieg entfernt. Während des Krieges 1870/71 wurden die Turnübungen nicht unterbrochen, wohl aber eine Zeitlang eingeschränkt.

 

1882: Gründung eines Gauverbandes

Mehrere Versuche der wenigen Turnvereine im Wiesental, einen gemeinsamen Turnverband in den Jahren nach 1870/71 zu gründen, scheiterten immer wieder. Bei Schau- und Preisturnen festigte sich der Freundeskreis der Vereine aus Säckingen, Schopfheim, Lörrach, Haagen und Zell. Ihnen war es zu verdanken, daß es endlich in Basel zur Gründung des "Markgräfler Turngaues" kam.Das erste Gauturnfest fand in in Schopfheim statt. Nach Eintreffen der etwa zweihundert Turner, darunter sechzig Preisturner, begrüßte Bürgermeister Grether die Festgäste und wies auf das "ehrwürdige Alter der Schopfheimer Fahne" hin und konstatierte, daß die edle Sache der Turnerei schon seit 40 Jahren hier herzliche Pflege und jedwede Förderung gefunden habe. Ein "Hoch" auf den Großherzog und den Kaiser wie auch auf die Turnerei durfte nicht fehlen.

 

1886: 40 Jahre TV Schopfheim

Als ein ereignisreiches Jahr muß das Doppelfest im Jahr 1887 bezeichnet werden. Galt es doch, das 40-jährige Bestehen des TV Schopfheim mit der Weihe der zweiten Fahne zu verbinden. Als Novum muß die erste turnerisch-theatralische Aufführung im Pflugsaal bezeichnet werden. Nach dem Hoch sah sich die Vereinsführung um 1890 wegen Teilnahmslosigkeit der Mitglieder vor die Frage gestellt: "Auflösung oder Wiederaufblühen". Selbst das traditionelle Tanzkränzchen mußte ausfallen. Die Zahl der Mitglieder sank von 96 auf 68.

 

1896 - ein Meilenstein des Vereins.

Der Verein zählte 1895 wieder über 100 Mitglieder. Der TV Schopfheim beging das 50-jährige Stiftungsfest in Verbindung mit dem 7. Gauturnfest. Den Auftakt bildete am Vorabend ein wohlgelungenes Festbankett im überfüllten Pflugsaal. Zum Vereinswetturnen traten 26 Vereine an, der Festplatz hinter der Volksschule war trefflich hergerichtet. Am Festzug nahmen 700 Personen teil. Ein Ball im "Pflug" beschloß den Festtag, dem am Montag eine Nachfeier im Biergarten der Brauerei Herbster folgte.

 

1901: Auf neuen Wegen: Damen- und Zöglingsturnen

Seit der Gründung war das Turnen laut Satzung reine Männersache. Dennoch erfreute man sich seit 1887 über die Mitwirkung von Damen bei Theater-, Tanz- und Reigenaufführungen. Um die Jahrhundertwende setzte sich langsam die Einsicht durch, dem sogenannten "schwachen Geschlecht" die turnerische Betätigung zu erlauben. Am 22. September 1901 wagte sich anläßlich eines Schauturnens im Sengelenwäldchen die seit kurzem bestehende Damenabteilung erstmals an die Öffentlichkeit.

 

1907 bis 1918

Mit dem Umzug in die neuerbaute Turnhalle hinter der Realschule (heute Friedrich-Ebert-Hauptschule) verbesserten sich 1907 die Bedingungen im Turnsport für Verein und Schule.

Zu Beginn des Jahres 1914 verzeichnete der TV Schopfheim den bisher höchsten Mitgliederstand von 199.

Der Ausbruch des Weltkrieges unterbrach die turnerische Tätigkeit bis 1918, da sämtliche Aktiven in das Feld ziehen mußten. Der erste Weltkrieg hatte dem Verein schwere Wunden geschlagen, denn 32 aktive Turner kehrten nicht mehr heim.

 

1919: Auf und Ab zwischen zwei Kriegen

Nach Freigabe der Turnhalle und Aufrufen in der Presse nahm man den Turnbetrieb wieder auf. Die Turner mußten bald ihren bisherigen Alleinanspruch mit den Frauen teilen. Das volkstümliche Turnen mit leichtathletischen Disziplinen wurde gefördert. Schwerathleten schlossen sich zusammen, selbst das Fechten wurde wieder eingeführt. Sportarten wie Hand- und Faustball sowie Schwimmen erweiterten in den 20-er-Jahren die sportlichen Angebote des Vereins.Bereits im Jahre 1922 fanden sich "schneeschuhlaufende Turner" zusammen, die bei Skitouren winterliche Freuden genossen und sogar Skikurse abhielten.

 

1921: 75-jähriges Jubiläum des Turnvereins»

Für das abzubrennende Feuerwerk im Sengelen soll ein Betrag von 500 Mark ausgeworfen werden. An die Gauvereine sowie die eingeladenen Vereine der Schweiz soll ein Rundschreiben geschickt werden und die Turner zur Ordnung am Festzug und auf dem Festplatz selbst ermahnt werden, mit dem Hinweis daß weiblicher Anhang am Festzug verboten ist«. Am Festtag trafen mit den Frühzügen die Turner von nah und fern ein, um auf dem herrlichen Festplatz unter den Eichen des Sengelenwäldchens das Einzelturnen zu beginnen, an dem etwa 700 Turner teilnahmen. Den Höhepunkt bildete der Festzug durch die Straßen der alten Markgrafenstadt.

 

1923: Notzeiten

Trotz wirtschaftlicher Not hatten 1923 immerhin 36 Teilnehmer die Festkarte für München bezahlt.Gerne hätte der Verein 1926 sein 80-jähriges Jubiläum mit einem großen Turnfest begangen, aber die Not der Zeit ließ es als geboten erscheinen, davon abzusehen. Statt dessen fand als Neuheit ein Gau-Frauenturnen in Schopfheim statt. Wegen Regens konnte die Veranstaltung nicht im Sengelenwäldchen stattfinden, sie mußte in die Kraft'sche Reithalle verlegt werden.

 

1925 bis 1927

1926 gelang es dem Vorstand Fehrenbach, von Dr. Kratzer und Fritz Brüderlin einen Platz an der Fehlmattstraße (hinter dem früheren "Statthalter") zu pachten, der zum Turn- und Spielplatz hergerichtet wurde.Geteilter Meinung war der Turnrat, ob ein Boxunterricht eingeführt werden soll. In diesem Jahr wurden die Maskenbälle wieder aufgenommen. Der Turnverein hatte inzwischen 510 Mitglieder.

 

Die schicksalsreichen Jahre nach 1933

Der neue nationalsozialistische Zeitgeist wirkte sich auch auf den TV Schopfheim aus: Fackelzug zu Ehren des Neuen Deutschlands. "Arierparagraph", "Gleichschaltgesetz" und "Führerprinzip" führten zu Veränderungen im Verein. Die letzte öffentliche Turnveranstaltung erfolgte am 8. Dezember 1940 im Pflugsaal im Zeichen des Reichsbundes für Leibesübungen.

 

1948: Nachkriegsjahre

Das durch die französische Militärregierung erlassene Turnverbot wurde erst 1948 aufgehoben. Die Turner konnten sich dem bestehenden Sportverein Schopfheim als Abteilung anschließen, dem sie sich unterstellen mussten.

 

1950: Neubegin des Turnvereins

Inzwischen regte sich bei den Turnfreunden das Bestreben, wieder die alte Selbstständigkeit zu erlangen. Dadurch entstanden nahezu unüberbrückbare Differenzen mit der Vorstandschaft des Sportvereins Schopfheim. Nach längerem Hin und Her siegte schließlich auf beiden Seiten die Vernunft und der Traditionsverein von 1846 konnte wieder aufleben.Mit der Wahl von Ernst Baier im Jahr 1952 als 1. Vorsitzender begann ein konsequenter Neuaufbau des Vereins. Kurz gefaßt die wichtigsten Aktivitäten: Erstellung einer neuen Satzung und Eintrag in das Vereinsregister beim Amtsgericht; Weihe der dritten Vereinsfahne (entworfen hat sie der Turner und zugleich Künstler Theo Baumann), Aufnahme des Kleinkinderturnens; Gründung einer Kraftsportstaffel (Ringerabteilung).

 

1956: Jubiläumsfeier

Anläßlich des 110jährigen Bestehens des Vereins und des 75jährigen Jubiläums des Turngaues war der TV Schopfheim ein weiteres Mal Gastgeber für 1200 Turner und Turnerinnen. Die Wettkämpfe fanden erstmals auf dem Sportplatz im Oberfeld statt, wo ein Festzelt für 2000 Personen aufgebaut wurde.Der 1957 wiedergegründete Spielmannszug trat bei zahlreichen Festen.

 

Die 60er-Jahre

Aus der Gruppe der Jedermänner bildete sich eine Faustballabteilung mit zwei Mannschaften, deren Leiter Lothar Lutz wurde.Das Frauenturnen, geleitet von Friedel Brendlin und Bertl Schaulin, zählt nahezu achtzig Turnerinnen.Pionierarbeit leistete Rolf Zimmermann, indem er 1966 eine Mannschaft im wenig bekannten Basketballsport aufbaute, die als Abteilung des Turnvereins unter der Leitung von Karl-Frieder Andris am Spielbetrieb teilnahm.Mit der Wiedergründung einer Skiabteilung im gleichen Jahr durch Erich Gnädig erfüllte sich ein Wunsch vieler Skisportler.Auf Initiative von Lothar Lutz und Rudi Itzin organisierten die Turner 1967 erstmals wieder einen "Hemdglunkiball" im Pflugsaal.Freizeitsportler begeisterten sich am sportlicheren Badmintonspiel mit dem Ziel, sich am Wettkampfsport zu beteiligen. Die Aufnahme der Abteilung Badminton und die Wahl von Josef Dill und Joachim Seger als Verantwortliche wurden in der Generalversammlung 1970 bestätigt.Zum gleichen Zeitpunkt schlossen sich ebenfalls die Judosportler dem Verein an. Wegbereiter dieser neuen Abteilung waren Ino Hodapp und Manfred Karle.

 

1970: Vom Turnverein zur Turn- und Sportgemeinschaft

Über den langen Zeitraum von 125 Jahren hatte der nahezu reine Turnverein sein Gesicht kaum verändert und es war ein Umdenken notwendig geworden, um einer gewissen Stagnation innerhalb des Vereins zu begegnen. Dank der Weitsicht des seit 1952 amtierenden 1. Vorsitzenden Ernst Baier und einiger fachkundiger Mitstreiter beschritt der Traditionsverein neue Wege und öffnete sich mit einem erweiterten Sportangebot nach außen hin. In der Generalversammlung des Turnvereins stimmten die Mitglieder der Umbenennung des traditionsreichen Vereins zu inTurn- und Sportgemeinschaft 1846 e. V. SchopfheimDie Zahl der aktiven Sportler setzte sich zu diesem Zeitpunkt aus 757 Mitgliedern zusammen, davon 352 Erwachsene, 73 Jugendliche und 332 Schüler. Betreut werden diese von zwei Sportlehrern, fünf geprüften Übungsleitern und 20 Turnwarten und Helfern.

 

1971: 125 Jahre Turnen und Sport in Schopfheim

Die vorgesehenen Feierlichkeiten mußten um ein Jahr bis zur Fertigstellung der dreiteiligen Friedrich-Ebert-Sporthalle zurückgestellt werden. Mit einem "Feuerwerk der guten Laune" leitete die Jahresfeier unter der Regie von R. Itzin die eigentlichen Jubiläumsfeierlichkeiten ein. In den Auslagen der Geschäfte machten Bilder, Urkunden und Pokale die Bevölkerung auf die vielen Erfolge der Turner aufmerksam. Im Mittelpunkt der Jubiläumswoche stand das Festbankett, auf dem der Jubelverein die "Walter-Kolb-Medaille" als höchste Auszeichnung des DTB überreicht bekam. Für die Einwohnerschaft gratulierte Bürgermeister Dr. Vetter.Die Abteilung Jedermann startete 1974 als Versuch ein Volksradfahren, an dem sich fast 250 Hobbysportler beteiligten.Mit jüngeren Sportlern gründete Giuliano Risorgi eine Karate-Sportgruppe und wurde als Leiter bestätigt.

 

1975: Ernst Baier wird Ehrenvorsitzender

Nach fast 25-jähriger Tätigkeit als 1. und 2. Vorsitzender des Vereins stellte Ernst Baier in der Generalversammlung 1975 sein Amt endgültig zur Verfügung. Zusammen mit Albert Weisser war Baier in den Nachkriegsjahren die treibende Kraft, um den Turnern wieder zur Eigenständigkeit zu verhelfen. Mit der Gründung neuer Abteilungen und einem breitgefächerten Sportangebot hatte der älteste Verein im Wiesen- und Hochrheintal einen erfreulichen Aufschwung zu verzeichnen. Harmonisch verlief der Wechsel an der Spitze, denn einstimmig wurde Hans Jenisch als Nachfolger gewählt. Ernst Baier wurde in Würdigung seiner großen Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt.Der Schwimmclub Schopfheim gab im Laufe des Jahres seine Selbständigkeit auf und seine Mitglieder entschlossen sich, sich als Abteilung der TSG mit Karl Selz als Leiter anzuschließen.Die Faustball-Abteilung löste sich auf.

 

Die 80-er Jahre

Langjährige Aktivitäten im Radsport, die von einigen Abteilungen unternommen worden waren, führten durch die Initiative von Heinz Leuger, Georg Reuter und Rolf Leuger 1980 zur Gründung einer Radsportabteilung innerhalb der TSG unter Leitung von Rolf Leuger.Nach sechsjähriger Amtsführung schied der Vorsitzende Hans Jenisch 1981 aus dem Amt. Als neuer Mann wählte die Versammlung den bisherigen Kassenwart Hans-Peter Maier an die Spitze des Vereins. Die TSG hat nun 1057 beitragspflichtige Mitglieder in ihren Reihen.Die aktiven Turnerinnen und Turner, die zahlenmäßig den größten Anteil der Vereinsmitglieder stellen, formierten sich nun als eigenständige Abteilung Turnen innerhalb des Gesamtvereins.Um den Besuchern am Schopfheimer Straßenfest eine gemütliche Bleibe anbieten zu können, wurde eine Laube gebaut.Wochenlang hatte sich die TSG Schopfheim auf das Gaukinderfest vorbereitet. Das bunte Treiben des Nachwuchses mit 1260 jungen Wettkämpfern aus 28 Vereinen auf dem Sportplatz und in den Turnhallen wurde vor zahlreichen Zuschauern zum Spiegelbild vielseitiger und kinderfreundlicher Angebote der Gauvereine.Erfreulich war die Bildung einer Tanzgruppe mit Birgit Kropf als Übungsleiterin.Ein Glücksfall war, daß Karl-Heinz Übelaker als Spitzenturner eine Truppe Jugendlicher für das attraktive Trampolin-Turnen begeisterte und diese in kurzer Zeit zum Erfolg führte.Mit einem ebenso originellen wie abwechslungsreichen Programm nahmen die Turnsportler Abschied vom ehrwürdigen Pflugsaal. Viele Generationen Schopfheimer erlebten dort seit 1887 glanzvolle und gemütliche Feiern.Weniger erfreulich war die Ankündigung von Hanspeter Maier, daß er das Amt des Vorsitzenden abgeben werde.

 

1983: Licht und Schatten

Eine echte Führungskrise, die durch den Rücktritt des 1. und 2. Vorsitzenden innerhalb eines Vierteljahres hervorgerufen wurde, belastete den Verein sehr. Bei einer Generalversammlung wurde die Krise dadurch gelöst, daß Manfred Ehrhardt zum 1. Vorsitzenden und Hanspeter Maier zu dessen Stellvertreter gewählt wurden.Den ersten Schlagerwettbewerb, veranstaltet in der neuen Stadthalle von der Turnabteilung, besuchten 800 Gäste.Mit dem Rücktritt des 2. Vorsitzenden Maier wurden die Spannungen immer größer. Zum eigentlichen Eklat kam es, als Ehrhardt überraschend zum Jahresende seinen sofortigen Rücktritt als 1. Vorsitzender bekanntgab. Dadurch geriet der Verein in eine prekäre Lage, da er nun führungs- und beschlußunfähig dastand.

 

1984: Neue Führungsmannschaft

Nach vielen Bemühungen gelang es, in der Person von Rechtsanwalt Heinz Leuger einen aussichtsreichen Kandidaten für das Amt des Vereinsvorsitzenden zu präsentieren. Bei seiner zunächst auf ein Jahr begrenzten Wahl zum neuen Vorsitzenden galt ihm das große Vertrauen aller Mitglieder. Mit ihm zählten bewährte Kräfte wie Lothar Lutz als 2. Vorsitzender und Karlheinz Andris als Technischer Leiter zum neuen Führungsteam. Da auch alle anderen Vorstands- und Turnratsämter besetzt werden konnten, steuerte die Turn- und Sportgemeinschaft wieder ruhigeren Zeiten entgegen. Auf Initiative von Dr. Thomas Weiß wurde eine Coronar-Gruppe eingerichtet. Die neue Vicemoos-Turnhalle stand erstmals dem Sportbetrieb zur Verfügung. In zahlreichen Verhandlungen mit der Stadtverwaltung erarbeiteten die Vereine einen neuen Hallenbelegungsplan. Auf Antrag der TSG und des DRK erhielt der inzwischen 75jährige Ehrenvorsitzende Ernst Baier die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg.

 

1985: Bau eines Vereinsheimes

Schon im Januar 1985 hatte es zwischen der Vereinsführung und der Deutschen Bundesbahn Kontakte wegen des käuflichen Erwerbs des Bahnwärterhauses an der Wehrer Straße gegeben und im Juli 1985 kam es schließlich zum Abschluß des Kaufvertrages. Bereits ab Mai wurden die ersten Aufräum- und Vorbereitungsarbeiten eingeleitet und sodann der Ausbau des Hauses vorangetrieben. Für die Planung zeichnete der Karate-Abteilungsleiter Giuliano Risorgi verantwortlich; die Koordination und Überwachung der Arbeiten hatte der Ehrenvorsitzende Ernst Baier übernommen.Das herausragende Ereignis in diesem Jahr war die Auszeichnung des Vereins mit der Sportplakette des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker durch Landrat Otto Leible.

 

1986:140. Vereinsjubiläum

Dieses Ereignis wurde ausgestaltet mit einer Vielzahl von Veranstaltungen, an denen sich alle Abteilungen und alle im Verein vertretenen Sportarten mit enormem Arbeits- und Zeitaufwand beteiligt haben. Erich Gnädig hatte alle noch auffindbaren Dokumente zur Vereinsgeschichte, Pokale und sonstige Erinnerungsstücke für eine umfangreiche Ausstellung in der Schalterhalle der Sparkasse Schopfheim zusammengetragen. Am Himmelfahrtstag organisierte die TSG die traditionelle Gau-Sternwanderung. Über 500 Mitglieder aus 20 Vereinen des Turngaues trafen sich im Sengelen.Das Wiesentäler Volksradfahren und "Rund um den Belchen" lockte über 300 Radfahren an.Im Oktober konnte das neue TSG-Vereinsheim offiziell eröffnet werden. Dank einer gestrafften Planung und des Einsatzes vieler Vereinsmitglieder, die rund 1600 Arbeitsstunden ableisteten, konnte die Renovierung des Gebäudes zügig vorangebracht werden.Die Trampolinspringer unter der Leitung von Karl-Heinz Übelaker erreichten bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im Mannschaftswettbewerb die Vizemeisterschaft.Die Badminton-Spielerin Nicole Grether wurde in die Deutsche National-Mannschaft berufen.

 

1988: Neue Vereinssatzung

Nach zehnjähriger Pause wurde von der Generalversammlung eine mäßige Beitragserhöhung beschlossen und außerdem eine neue Vereinssatzung verabschiedet.Als erste Badminton-Spielerin aus Baden-Württemberg wurde Nicole Grether Deutsche Meisterin im Mädchen-Einzel U 14. Auf der Generalversammlung 1989 gab Erich Gnädig das von ihm 24 Jahre innegehabte Amt als Pressewart ab. Die Mitgliederverwaltung wurde auf elektronische Datenverarbeitung umgestellt.

 

Die 90-er Jahre

Wegen des Golfkrieges mußte der traditionelle Hemdglunkiball ausfallen.Der 1. stellvertretende Vorsitzende Lothar Lutz erhielt vom Markgräfler Hochrhein-Turngau die Gau-Ehrennadel. Auf der Generalversammlung stellte der Vorsitzende Heinz Leuger fest, daß sich die Situation der Vereine im Laufe der Jahrzehnte drastisch verändert habe. In den Gründerjahren der TSG waren oftmals politische und ideelle Wertvorstellungen die Antriebsfeder und der Grund für die Vereinstätigkeit. Die Vereine waren oft die einzige Möglichkeit, außerhalb des häuslichen Bereiches Freizeit zu gestalten. In der heutigen Wohlstandsgesellschaft gehe die Bereitschaft, sich zu engagieren und Verantwortung innerhalb eines Vereins zu übernehmen, zunehmend zurück.Ein besonderer Höhepunkt war wieder der Familienabend im November in der Stadthalle. Mit viel Fantasie, Ideen und Einsatz technischer Mittel wurde dieser Abend in Regie von Käthe Philipp-Schwarzwälder und unter Mitwirkung zahlreicher Gruppen zu einem erlebnisreichen und beeindruckenden Abend.Großen Ärger verursachte 1993 die Entscheidung des Landkreises Lörrach, für die Benutzung seiner Hallen Gebühren zu verlangen. Da die Stadt Schopfheim nur bis Jahresmitte zur Übernahme dieser Gebühren bereit war, mußte seitens der Vereine ein neuer Hallenbelegungsplan ausgearbeitet werden. Im Mai fand zum ersten Mal beim Vereinsheim ein "Frühschoppen" statt, der auf einer Idee des stellvertretenden Vorsitzenden Lothar Lutz basiert und von ihm organisiert wurde.

 

Jubiläumsjahr 1996

Die Turn- und Sportgemeinschaft (TSG) Schopfheim 1846 e.V. feiert ihren 150jährigen Geburtstag.

 

Aus den Jahren 1997 bis heute wird demnächst hier weiter berichtet werden.